Gut reisen an die Adria

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Mit ihren Lagunen, Sandstränden und Felsküsten zeigt die italienische Adria ein vielgestaltiges Bild, das Jahr für Jahr zahlreiche Urlauber anlockt. Intensiver Tourismus bringt für eine Region jedoch auch eine Reihe von ökologischen Herausforderungen mit sich. Auf welche Aspekte der umweltbewusst Reisende an der Adria achten sollte, erläutern wir in diesem Artikel. Außerdem geben wir einige Tipps, die das naturnahe Reiseerlebnis an der Adria abrunden.

umweltfreundliche Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Fahrrad)

Wer auf möglichst umweltschonende Weise an die italienische Adriaküste reisen möchte, entscheidet sich am besten für die Bahn. Das Schienennetz ist gut ausgebaut, sodass sich alle größeren Orte vergleichsweise schnell erreichen lassen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass eine der Hauptlinien ziemlich genau dem Küstenverlauf folgt – von Triest, über Venedig bis in den Stiefelabsatz Italiens. Wer Zugreisen wenig abgewinnen kann, hat aber auch die Möglichkeit, die Adria mit dem Reisebus auf umweltverträgliche Weise anzusteuern.

Vor Ort kommt es hinsichtlich der Verkehrsmittel sehr darauf an, ob der Fokus auf einem reinen Badeurlaub liegt oder ob man mehr von Land und Leuten erleben möchte. Solange man im Bereich der Hauptorte bleibt, wird man mit Bus und Bahn bestens zurechtkommen. Je mehr man jedoch das dörflich geprägte Hinterland erkunden möchte, desto unregelmäßiger gestalten sich die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel. Hier kann sicher daher ein Fahrrad oder E-Bike, das man sich auch vor Ort leihen kann, als wertvoll erweisen und zu einer möglichst unabhängigen Urlaubsgestaltung beitragen.

Müllentsorgung und Recycling an der Adria

Die der Adriaküste vorgelagerten Tremiti-Inseln sind dem Großteil der übrigen Welt einen bedeutsamen Schritt voraus: Bereits im Jahr 2018 ist dort eine Verordnung in Kraft getreten, die Plastikbehälter – ausgenommen Plastikflaschen – verbietet. Stattdessen soll hier auf biologisch abbaubare Materialien gesetzt werden, um die Verschmutzung der Meere einzudämmen. Auch abgesehen von diesem nachahmenswerten Einzelfall läuft die Abfallentsorgung an der Adriaküste – gemessen an italienischen Verhältnissen – relativ problemlos. Wilde Müllkippen finden sich zwar auch hier, aber die Problematik ist nicht vergleichbar mit jener im Süden des Landes.

Vegetarische und vegane Speiseangebote

Die italienische Küche hält von sich aus bereits manch vegetarische oder vegane Köstlichkeit bereit. Besonders in den Touristenhochburgen findet sich aber auch eine erfreuliche Vielfalt an veganen Restaurants. Dazu zählen beispielsweise das „La Tecia Vegana“ in Venedig oder das „Loving Hut Vegan Cafe & Restaurant“ in Rimini.

Bio-Lebensmittel an der italienischen Adria

Was für die pflanzlichen Speiseangebote gilt, gilt in ähnlicher Form auch für Bio-Lebensmittel. Bioläden finden sich hauptsächlich in den Städten, so etwa der „Bio Store Venice – La Serenissima“ in Venedig. Wer sich im Hinterland jedoch ein wenig umschaut, wird auch manchen Hofladen finden, der Lebensmittel in Bioqualität anbietet.

Ökologische Probleme

Intensiver Tourismus stellt jede Region dieser Welt vor enorme ökologische Herausforderungen, die oft nur unzureichend gelöst werden. An der italienischen Adriaküste verhält sich dies leider nicht anders. Besonders die Lagunen der nördlichen Adria sind in diesem Zusammenhang von Wasserverschmutzung betroffen. Allerdings nimmt man sich dieses Problems verstärkt an, sodass Orte wie Bibione oder Jesolo bereits für ihre hohe Wasserqualität ausgezeichnet wurden.

Naturschutz an der italienischen Adria

In Anbetracht der ökologischen Probleme der Region ist es umso erfreulicher, dass dem Naturschutz dennoch zumindest ein Mindestmaß an Bedeutung beigemessen wird. Besonders hervorzuheben ist dabei der Nationalpark Gargano, zu dem auch die bereits erwähnten Tremiti-Inseln gehören. Dieser Nationalpark wird durch Pinienwälder und Karstlandschaften charakterisiert und beherbergt eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten.

Strommix

Italien hat seit rund drei Jahrzehnten keine Kernkraftwerke mehr. Damit einher geht leider ein hoher Anteil – beinahe 70 % – an fossilen Energieträgern. Die Nutzung erneuerbarer Energien wäre hingegen stark ausbaufähig. Derzeit werden nämlich nur rund 16 % der italienischen Stromproduktion durch Wasserkraft und 6 % durch Windkraft gedeckt.