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Urlaub auf halbem Weg zwischen Berlin und Hamburg: Die Prignitz.

Zwischen Berlin und Hamburg erstreckt sich die Ferienregion Prignitz, die mit ihrer dörflichen Idylle sowie der Ruhe der Natur die Freude am einfachen Landleben weckt. Als eine der am dünnsten besiedelten Regionen des Bundeslandes Brandenburgs, ist sie ein Paradies für seltene Vogel- und Tierarten, weshalb sie auch für ihre große Kranich- und Storchenpopulation bekannt ist. Hier an der Grenze zu Niedersachsen, wo einst der Eiserne Vorhang verlief, zeichnet sich die Prignitzer Region durch ihre flache Landschaft sowie ihrem herben Charme aus. Damit ist sie eine Urlaubsdestination für Aktivurlauber und Naturliebhaber, die auf der Suche nach ganz viel Ruhe und Erholung sind. Denn diese Region ist wahrlich ein Geheimtipp für jeden, der abseits der bekannten Ferienregionen entspannen möchte.

Wusstest du schon…

Urlaubsregionen in Brandenburg
  • dass die Prignitz nicht nur zu den am dünnsten besiedelten Regionen Brandenburgs, sondern auch ganz Deutschlands gehört? Hier leben im Schnitt nur etwa 36 Einwohner pro Quadratkilometer, während es im Bundesdurchschnitt 230 sind.
  • dass das Knieperkohl eine Spezialität der Region Prignitz in Brandenburg ist? Hierbei handelt es sich um ein Sauerkraut ähnliches Gemüse, bestehend aus Weißkohl, Grünkohl, blauem Markstammkohl und Weinblättern.
  • dass Theodor Fontane, einer der bekanntesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts in Neuruppin in der Prignitzer Region geboren wurde? Bis zu seinem siebten Lebensjahr wohnte er in der Stadt

Wichtige Sehenswürdigkeiten

Museum Alte Bischofsburg Wittstock

Im Amtsturm der Bischofsburg Wittstock präsentiert sich das Museum des Dreißigjährigen Kriegs, das die Besucher über die Waffentechnik, das Leiden der Bevölkerung aber auch über die Universalmacht in Europa informiert. Bemerkenswert ist hier vor allem die Vielzahl an originalen Waffen, Autographen und anderen Dingen, die aus dem 17. Jahrhundert stammen. Zudem werden hier regelmäßig Sonderausstellungen sowie spannende Führungen angeboten wie zum Beispiel zu dem Thema “Alltag im Mittelalter” oder “Alltag im Dreißigjährigen Krieg”. Auf der Bischofsburg befindet sich neben dem Museum des Dreißigjährigen Kriegs auch das Ostprignitzmuseum, das Ausstellungen zur kleinstädtischen und dörflichen Lebensweise der Prignitz bietet. Auf der Internetseite www.mdk-wittstock.de erfährst du alles Weitere über das Ausflugsziel in Wittstock.

Kloster Stift zum Heiligengrabe

Die Klosteranlage der Zisterzienserinnen aus dem 13. Jahrhundert ist noch heute fast vollständig erhalten und beherbergt unter anderem eines der ältesten Museen Brandenburgs. Bei einem Besuch kann man die Heiliggrabkapelle, die Abtei mit Kreuzgang sowie die Stiftskirche erkunden und den Kräutergarten sowie den barocken Damenplatz entdecken. Darüber hinaus dient das Kloster mittlerweile als kultureller Veranstaltungsort, weshalb hier regelmäßig Sommerkonzerte oder Klostermärkte stattfinden. Wenn du mehr über das Ausflugsziel in der Region Prignitz erfahren möchtest, besuche die Webseite des Kloster Stifts zum Heiligengrabe und finde heraus, wann die Anlage mit ihrem Museum geöffnet hat und was man dort alles unternehmen kann.

Storchendorf Rühstädt

Mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg befindet sich das beschauliche Dorf Rühstädt, das insbesondere für seine Storchenkolonie bekannt ist. Mehr als 30 Paare bauen in dieser kleinen Ortschaft jedes Jahr ihr Nest auf und so gibt es hier kaum ein Haus, das auf dem Dach keine Nisthilfe für die Störche bietet. Eine ganz besondere Attraktion, die man in Rühstädt deshalb beobachten kann, ist der abendliche Einflug der Vögel von ihrer Futtersuche. Mit lautem Geklapper der Schnäbel werden so die Jungtiere begrüßt und vor dem Schlafengehen nochmals gefüttert. Dieses Naturereignis können passionierte Vogelliebhaber und andere interessierte Besucher jährlich zwischen Mai und Mitte August erleben. Darüber hinaus lädt das NABU-Besucherzentrum in der Ortschaft die Gäste ein, in Ausstellungen mehr über das Leben der Störche zu erfahren. Mehr Infos zu dem einzigartigen Naturschauspiel sowie dem NABU-Besucherzentrum, erhältst du auf der Webseite www.besucherzentrum-ruehstädt.de

Plattenburg

Die Plattenburg in der nordwestlichsten Region Brandenburgs gehört zu den ältesten noch erhaltenen Wasserburgen in Norddeutschland. Errichtet wurde sie bereits im 14. Jahrhundert und diente bis 1548 als Sommerresidenz der Bischöfe von Havelberg. Besonders sehenswert sind heute das Back- und Brauhaus, der neugotische Backsteinturm sowie die Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Und auch der Kamin im Rittersaal der Plattenburg gilt als ein einzigartiges Kunstwerk für sich. Im Museum der Burg findet man darüber hinaus Ausstellungen über die Bau- und Sozialgeschichte der Anlage und in den Sommermonaten präsentiert das Museum verschiedene Wechselausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen. Erfahre mehr zu den aktuellen Öffnungszeiten sowie den Eintrittspreisen auf der Internetseite der Plattenburg und lass dich von der wohl schönsten Wasserburg Norddeutschlands verzaubern.

Ein Landstrich mit besonderen Reizen

Da die Prignitzer Region einen großen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Elbe-Brandenburg beherbergt und nur spärlich besiedelt ist, kann man hier jede Menge Freizeitaktivitäten in freier Natur unternehmen. Wie wäre es mal mit einer gemütlichen Kanutour auf der Löcknitz, die die Heimat zahlreicher Biber, Eisvögel und schillernder Insekten ist? Oder man unternimmt Wanderungen und Spaziergänge durch das Biosphärenreservat und entdeckt auf eigene Faust die alten Auwälder, Moore, Binnendünen und Flutrinnen der Elbe. Der Rundwanderweg Auenwildnis ermöglicht beispielsweise den Besuchern einen einzigartigen Einblick in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen und lädt mit seinem Beobachtungsstand “Auenblick” zum Staunen und Verweilen ein.

Die Prignitz gilt darüber hinaus auch als das Paradies für Radfahrer, weshalb man hier perfekte Bedingungen vorfindet, um das Gebiet nachhaltig auf dem Fahrradsattel zu erkunden. So gibt es hier in der gesamten Region ein System bestehend aus rot markierten Knotenpunkten, an denen man individuelle Touren ganz ohne GPS abfahren kann. Aber auch vorgefertigte Radtouren, wie zum Beispiel der Elberadweg, die Lenzerwischetour oder die Bischofstour laden zu verschiedenen Themenrundfahrten in der Region ein, sodass man alle Facetten der Region mit dem Rad kennenlernen kann.

Idyllisch in einer wasserreichen Gegend versteckt, liegt das Kyritzer Strandbad, das sowohl für große als auch für kleine Badegäste eine ganze Menge zu bieten hat. So kann man neben unterschiedlich hohen Sprungtürmen, eine Breitrutsche, Spiralrutsche, ein Kinderspielschiff sowie ein Spielplatz finden und Ruder- oder Tretboote ausleihen. Sollte das Wetter mal wider Erwarten nicht mitspielen, dann kann man unendlichen Badespaß auch im Erlebnisbad Havelberg erleben, das Sport und Erholung für die ganze Familie bietet. Oder man verbringt seinen Tag im Indoor Kletterturm Wittenberge. Hier wird Hochseilklettern zwischen den alten denkmalgeschützten Industriemauern angeboten, was für sportliche Herausforderungen und Spaß bei Groß und Klein sorgt.

Ein umfangreiches und unvergleichliches Kulturangebot

Das ganze Jahr über können die Gäste in der Prignitzer Region ein abwechslungsreiches Kulturprogramm vorfinden. So werden hier beispielsweise die Elblandfestspiele Wittenberge veranstaltet, die vor der Alten Ölmühle bezaubernde Melodien aus Film, Oper und Musical präsentieren. Oder man wohnt den örtlichen Drachenbootrennen bei und erlebt das große Kräftemessen zwischen den Teilnehmern.

Ein fester kultureller Bestandteil im Rahmen des Prignitz-Sommers sind die Theaterstücke, die hier an verschiedenen Standorten aufgeführt werden, wie zum Beispiel “Der Wunderknabe von Kehrberg” in Kehrberg, “Die Schöller Festspiele” in Neustadt/Dosse oder “Die Legende vom Heiligen Trinker” in der Burg Putlitz.

Bei der dünnen Besiedlung und der einmaligen Naturlandschaft in der Prignitz ist es auch kein Wunder, dass die Region insbesondere Künstler anlockt. Hier sind schon einige Maler ins Schwärmen geraten, weshalb sich in der Prignitzer Region Künstler angesiedelt haben, die hier und da ihre Ateliers für die Besucher geöffnet haben und unterschiedliche Ausstellungen anbieten, wie zum Beispiel das Galerie-Café Bistro Alter Konsum in Barsikow oder das Lenzener Auenforum.

Wer sich allerdings für die Museenlandschaft in der Region interessiert, der sollte dem BUND-Besucherzentrum in der Burg Lenzen einen Besuch abstatten. Denn hier werden die Stadtgeschichte sowie wechselnde Sonderausstellungen vorgestellt und man kann bei einem Rundgang gleich den Burgturm und den Burgpark mit besichtigen. Weitere sehenswerte Museen wären etwa das Stadtmuseum Alte Tor und Steinburg Wittenberge, das Oldtimer- und Technikmuseum Perleberg und das Wegemuseum Wusterhausen.

Die Reise in die Prignitzer Region

Die nordwestlichste Region des Bundeslandes Brandenburg ist aufgrund ihrer zentralen Lage zwischen Berlin und Hamburg sowohl mit dem eigenen PKW, als auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr bestens zu erreichen. Die Autobahnen A19 und A24, die über die A2 erreicht werden können führen die Gäste in die Urlaubsregion, von wo aus sie dann mit den Bundesstraßen B5, B103, B107 und B189 ans Ziel gelangen.

Wer lieber mit dem Zug anreist, der kann seine Anreise in die Prignitz mit dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg und der Bahn planen. Innerhalb der Region lässt es sich komfortabel mit den Busanbietern Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft sowie dem Prignitz Bus reisen, die insbesondere die wichtigen Anlaufstellen und Ortschaften in der Region anfahren. Zudem kann man in Linienbussen, die mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet sind, bis zu zwei Fahrräder mit transportieren, so dass man bei der aktiven Erkundung der Prignitz getrost auf das Auto verzichten kann.

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