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Urlaubsregionen in
Mecklenburg-Vorpommern

Frühlingserwachen liegt über der Ostsee. Kein Wind bewegt die See. Ungewöhnlich für die sonst so windigen Frühjahrsmonate, wo Sturm und Brandungsrauschen nicht zu den seltenen Naturerscheinungen gehören. Schon gar nicht für die Insulaner, die als Fahrradfahrer auf der (fast) autofreien Insel Hiddensee öfter mit dem Wind zu kämpfen haben. Meist kommt dieser aus der falschen Richtung, von vorne. Rund 1200 Einwohner bevölkern das schmale, 18 Kilometer lange Eiland nordwestlich von Rügen. Die Einheimischen nennen ihre Insel liebevoll „dat söte Länneken“, das süße Ländchen.

Eher reißerisch wirken dagegen die Werbesprüche für Hiddensee Reisen der zwanziger Jahre des letzen Jahrhunderts. Das „Capri von Pommern“ oder die „Perle der Ostsee“. In dieser Zeit war Hiddensee der Tummelplatz der deutschen Intellektuellen und in den Gästebüchern finden sich Namen wie Thomas Mann, Albert Einstein, Carl Zuckmayer, Sigmund Freud, die Kruses, Käthe Kollwitz, Asta Nielsen und nicht zuletzt Gerhart Hauptmann. Hauptmann entdeckte sein Hiddensee 1885 und sollte fortan regelmäßiger Gast der Insel sein. Als ungekrönter König der Insel erwarb er 1929 das „Haus Seedorn“ in Kloster und baute es zu seinem Sommerdomizil um. Er schrieb: In meines Hauses stillem Raum herrscht der Traum“. Heute ist das Haus Seedorn ein vielbesuchtes Museum.

So verschieden wie die Bewohner sind auch die vier Orte der Insel. Grieben, ältester und kleinster Ort der Insel, schmiegt sich harmonisch an die Ausläufer des Hochlandes im Norden Hiddensees. Hochland ist relativ. Auf Hiddensee trägt der „Schluckswiek“ die Höhenmarke 72 Meter. Die Suche nach Ruhe und Freiräumen scheint so alt wie der freie Wille des Menschen. Wie anders ist es zu erklären, dass bereits im 13. Jahrhundert die Zisterziensermönche auf Hiddensee eine große Klosteranlage erbauten und hier, fernab von dem Treiben der Welt, ihr geistiges Glaubensdorado fanden. Die alten Klosteranlagen sind durch den dreißigjährigen Krieg zerstört und nur die alte Inselkirche zeugt noch vom Schaffen der Mönche und der Name des Ortes; Kloster. Auf den unbefestigten Wegen vereinen sich hier Bauerndorf und Feriendomizil, Künstlerkolonie und Seebad.

Ankunft im Hafen Vitte, mit 600 Einwohner Hauptort der Insel. Statt Autolärm hört man das Kreischen der Möwen, statt Abgasen riecht man den Geruch von Bratdorsch, der aus der nahen Fischerklause über die Mole zieht.

Und wer wirklich Ruhe sucht, findet sich im Süden der Insel, in Neuendorf, zu einer Reise nach Hiddensee, ein. Das alte Fischerdorf in seiner denkmalgeschützten Dorfarchitektur und den reetgedeckten Häusern ist Tummelplatz für Individualisten, wie die Einwohner selbst, die „“Süder“, die schon immer ihre eigene Meinung zu jeder Sache hatten und haben.

Wer auf Hiddensee Urlaub machen will, sei gewarnt. Die Insel trumpft nicht mit trubeligem Erlebnisbad, poppigen Fun-Center, blitzender Shopping-Meile oder Nobelkarossen-Korso. Andererseits. Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.

Gerhart Hauptmann Museum

Das Haus Seedorn in Kloster auf der Insel Hiddensee wurde von Gerhart Hauptmann 1930 gekauft und er verbrachte bis 1943 jeden Sommer auf der Insel Hiddensee in die er sich bei seiner Hochzeitsreise 1885 verliebte und bis zum Kauf des Hauses immer wieder zurück kehrte. 1956 wurde zum 10. Todestag eine Gedenkstätte und später ein Museum eingerichtet, das sich noch im originalgetreuen Zustand befindet, wie es Gerhart Hauptmann einst verlassen hatte. Zum Leben und zum Werk von Gerhart Hauptmann wird nur in zwei kleinen Vitrinen eingegangen. Es finden Regelmäßig Veranstaltungen, wie Lesungen, Klavierabende oder Theaterstücke statt.

Gerhart Hauptmann Haus
Kirchweg 13
18565 Kloster

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